Nach etlichen Anrufen, Shop-Besuchen und der fiesen Ungeduld auf mehreren Wartelisten hat es am 9. Juli endlich geklappt: Ich konnte das iPhone 4 in Empfang nehmen. Für mich als iPhone-3G-Besitzer war nach zwei Jahren klar: Ich brauche das Smartphone-Upgrade. Während ich dem 3GS ohne Reue den Rücken zukehren konnte, war das iPhone 4 eine Notwendigkeit; gerade für Anwendungen wie der Navigation mit Navigon war das 3G einfach zu schwach unter der Haube. Der Vertrag ließ sich passend verlängern und so entschied ich mich für die 32-Gigabyte-Version des Apple-Telefons.
Die Haptik
Ich habe viele Stimmen gehört die das iPhone 4 verweigern, weil es einfach nicht so gut in der Hand liegen würde, wie seine Vorgängermodelle. Nach dem Öffnen der Verpackung und dem Entfernen der Schutzfolie kann ich sagen: es fühlt sich einfach anders an. Mehr Kanten, weniger Rundungen, kein konvexer Plastikrücken mehr. Dennoch für mich nicht zwingend schlechter. Das iPhone 4 sieht in Schwarz mit seinem silbernen Rand einfach männlicher aus – und dann darf es auch gerne mal seine Ecken und Kanten besitzen.
Kratzeranfälligkeit
Die Verarbeitung wirkt ein ganzes Stück edler und stabiler, vergleiche ich es mit meinem weißen iPhone 3G. Steckt man das iPhone 4 in die Hosentasche, kann man durch bloßes Ertasten nicht mehr erkennen, welche Seite nun die Vorder- und welche die Rückseite ist. Dass dem iPhone 4 in der Tiefe ein paar Zentimeter fehlen, bemerkt man ohne den direkten Vergleich eher nicht, dafür fällt beim Blick aufs Display sofort auf, dass es durch den fehlenden Silberrand an Breite verloren hat. Als 3G-Nutzer bemerkt man außerdem, dass das Display weniger Anfällig für Fingerabdrücke ist. Dies konnte ich jedoch auch beim 3GS bereits feststellen. Der Touchscreen lässt sich dadurch geschmeidiger bedienen.
Vor zwei Jahren habe ich mit bewusst für das weiße iPhone 3G entschieden. Bei Besitzern des schwarzen Modells konnte ich vorab schon feststellen, dass sich auf der dunklen Rückseite schnell Fingerabdrücke und haarfeine Kratzer bemerkbar machten. Beim iPhone 4 fiel meine Entscheidung jedoch auf Schwarz (eine andere Wahl lässt Apple einem derzeit ja ohnehin nicht). Ich sollte nicht enttäuscht werden: Die Glasrückseite ist ebenso verarbeitet wie die Front, Fingerabdrücke sind geringfügig. Nehme ich das Display meines 3G als Grundlage, dürfte das iPhone 4 vorne wie hinten lange kratzerfrei bleiben. Nach zwei Jahren kann ich nicht einen einzigen Haarriss feststellen – trotz seines stetigen Aufenthalts in der Hosentasche ohne Hülle oder Schutzfolie.
Die nötige Schärfe
Das Retina-Display ist großartig. Diese Wahrnehmung wird sich bei iPhone-Neulingen sicherlich in Grenzen halten, doch als ehemaliger 3G-Nutzer ist es eine wahre Augenweide. Mit der vierfachen Displayauflösung erkennt man mit bloßem Auge keine Pixel mehr. Farben, App-Icons und Schriften sind gestochen scharf. Deutlich wird der Unterschied, sobald mein altes iPhone 2G oder das 3G daneben liegen oder man Apps unter die Lupe nimmt, die noch nicht auf das Retina-Display ausgelegt sind.
Der A4-Prozessor (ebenfalls im iPad vorzufinden) macht aus dem iPhone eine Maschine. Apps starten binnen Sekunden und alles erscheint nun so flüssig, wie ich es mir beim 3G stets gewünscht habe. Man spürt deutlich: das iOS 4 wurde für das iPhone 4 geschaffen: Multitasking ist für mich als iPhone-Nutzer Neuland, doch nach wenigen Tagen hat man den Prozess des Doppelklickens auf den Homescreen-Button verinnerlicht und möchte ihn nicht mehr missen.
Bitte lächeln
Besonders hervorzuheben ist die neue Kamera. Halt: Eigentlich müsste es heißen, hervorzuheben sind die beiden neuen Kameras. Das iPhone 4 verfügt über eine verbesserte Kamera auf der Rückseite, die nun 5 Megapixel auflöst und mit digitalem Zoom ausgerüstet wurde. Zudem lässt sich ein LED-Blitzlicht hinzu schalten. Neu ist die Kamera auf der Vorderseite. Zwar dient die VGA-Kamera in ihrer Hauptsache für den Videochat per FaceTime (diese Funktion konnte ich bisher noch nicht testen) doch lassen sich bei guten Lichtverhältnissen auch ansprechende Schnappschüsse erzielen.
Wie mit seinem Vorgänger, dem iPhone 3GS, können auch mit dem iPhone 4 Videoaufnahmen angefertigt werden. Dabei produziert die Kamera 720p-HD-Videos in wirklich guter Qualität. Mit der iMovie-App fürs iPhone (3,99 Euro im App Store) lassen sich die Aufnahmen dann ideal verarbeiten. Auch hier lässt sich die Geschwindigkeit hervorheben: im Test habe ich mich mit einem Video von fünf Minuten Länge vergnügt, Fotos direkt vom iPhone 4 eingebunden, Musik aus der iPod-Bibliothek eingefügt sowie Übergangseffekte integriert. Ein Text-/Grafikvorspann lässt sich aus verschiedenen Vorlagen wählen und anhängen.
iMovie stürzte bei diesem Versuch kein einziges Mal ab und lief erstaunlich flüssig. Renderzeiten existieren schlicht und ergreifend nicht. Das fertige Projekt kann dann in die Fotodatenbank exportiert oder direkt auf YouTube veröffentlich werden. Hier kann man jedoch nicht mit voller HD-Qualität publizieren; das Video wird für YouTube optimiert und komprimiert hochgeladen. Dennoch kann sich die Qualität auf dem Videoportal noch sehen lassen. Wünschenwert wäre hier, dass Apple einem die Wahl lässt, in welcher Auflösung (je nach Netzanbindung) man sein filmerisches Werk uploaden möchte. Ähnlich verhält es sich bereits bei geschossenen Fotos, die man per E-Mail versenden will. Hier lässt sich bestimmen, ob das Bild nun in Originalgröße, groß, mittel oder klein versendet werden soll.
Etwas umständlich gestaltet sich auch noch das Importieren eines 720p-Videos auf den heimischen Rechner. Via iTunes gibt es diese Option noch nicht. Bei einem Mac muss man auf das bereits vorinstallierte Programm „Digitale Bilder“ zurückgreifen und kann das das Rohmaterial auf den Rechner ziehen.
Akku
Das tägliche Aufsuchen der Ladestation hat ein Ende. Fast schon automatisiert habe ich das iPhone 3G nach Feierabend in sein Dock verfrachtet um neue Energie zu tanken. Natürlich lassen sich Angaben zur Akkulaufzeit immer schwierig bemessen. Es kommt schlicht und ergreifend auf den Einsatz an. Da ich das iPhone 4 neu besitze und mich derzeit verdammt oft beispielsweise mit iMovie, HD-Videos oder der Kamera beschäftige, kann ich nur einen verfälschten Richtwert liefern. Aber: Mindestens 24 Stunden hat bisher jede Akkuladung durchgehalten. Verzichtet man auf Push-Nachrichten, automatisierten E-Mail-Abruf und 3G-Empfang, lässt sich inzwischen mit Sicherheit ein Wochenende mit dem iPhone 4 verbringen, ohne es auf die Ladestation zu setzen. Insgesamt: Deutliche Verbesserung zum 3G.
„So nicht halten!“
Ja, seit Bekanntwerden der Empfangsschwierigkeiten beim iPhone 4 muss man sich als dessen Besitzer schon das ein oder andere anhören. Spott und Hohn der Neider sind einem sicher. Spaß beiseite – natürlich kann auch ich bestätigen, dass der Empfang bei entsprechender Berührung der Antenne, die im Rahmen verarbeitet ist, zurück geht. Da ich aber – völlig verstrahlt – zirka 50 Meter Luftlinie zum nächsten Sendemast wohne, machen sich die Empfangsprobleme in der Wohnung nicht bemerkbar. Überhaupt bin ich der Meinung, dass es einer Vielzahl von iPhone-Nutzern gar nicht aufgefallen wäre, würde man nicht in jeder Zeitung und auf jedem Online-Portal davon lesen. Ich will Apple als Konzern damit keineswegs in Schutz nehmen, aber nach drei Wochen intensivem Test kann ich sagen: Ich hatte bisher noch keinerlei gravierende Probleme. Zwar stehen oben links mal nur zwei statt vier Balken, zu Gesprächsabbrüchen während Telefonaten oder zu „Kein Netz“-Situationen kam es bisher nicht. Diese Beobachtungen konnte ich sowohl in der Stadt als auch bei mehreren Fahrten über Land machen.
Ärgerlich könnte es für alle werden, die von Haus aus in einem Funkloch wohnen und der Netzempfang zum Lotteriespiel wird. Hier will ich nicht ausschließen, dass aus zwei möglicherweise null Empfangsbalken werden.
In meinen Augen haben die Empfangsprobleme mit zahlreichen Einwirkungen zu tun, was YouTube-Videos aus aller Welt beweisen. In einem Video schwindet der Empfang trotz „Todesgriff“ kein Stück, im nächsten legt ein Mann im amerikanischen AT&T-Netz nur einen Finger an das Gerät und schon verschwindet das Netz komplett. Eine Faustregel gibt es hier nicht, vielleicht sind die Probleme sogar von Gerät zu Gerät unterschiedlich und ich hatte einfach Glück.
Fazit
Für mich war von Anfang an klar, dass ich vom 3G auf die neueste Apple-Smartphone-Generation upgraden werde. Was letztendlich beim iPhone 4 herausgekommen ist, kann ich dabei nur begrüßen. Das neue Design spricht mich sehr an, es wirkt edler und kraftvoller als der Plastikrücken der Vorgänger 3G und 3GS. Lediglich dem 2G-Design weine ich noch etwas nach. Insgesamt bin ich nun seit Mai 2008 iPhone-Besitzer. Das iPhone 4 setzt jedoch neue Maßstäbe und beinhaltet viele Kleinigkeiten, die man sich vielleicht schon eine Generation vorher gewünscht hätte. Meine Ansprüche konnte es vollends erfüllen und ich bereue den Kauf keine Sekunde.
Wer mit dem Einstieg in die iPhone-Welt liebäugelt, dem kann ich nur empfehlen: Zugreifen! (insofern verfügbar; Lieferschwierigkeiten möglich ;) ) Gleiches gilt für 2G- oder 3G-Nutzer. Ein Upgrade lohnt sehr, außer man ist Freund des alten Designkonzepts. Wer jedoch erst letztes Jahr sein 3GS erworben hat, der sollte sich gut überlegen mit der Anytime-Upgrade-Option der Telekom so viel Geld auf den Tisch zu legen. Effektiv und runtergebrochen gesehen erwartet ihn dann „nur“ eine bessere Kamera mit Blitz und die Möglichkeit, HD-Videos aufzuzeichnen.
Doch einen echten Apple-Fan kann man ohnehin nicht davon abbringen, sich das iPhone 4 zuzulegen, wenn man es wirklich will.
Am 24. Juni soll es also in mein Leben treten, das neue iPhone 4. Das wäre dann die für mich dritte Generation des Hightech-Spielzeugs aus dem Hause Apple. Und auch von Apple-Miesmachern lasse ich mir die Freude darauf nicht nehmen. Höchstens durch mich selbst.
Toll, was es alles kann und was es alles hat. Videotelefonie, HD-Videomaterial aufzeichnen, verbesserte Kamera, schnellerer Prozessor. Und das neue Betriebssystem iOS erst. Multitasking, Apps in Ordnern organisieren, Bücher via iBooks kaufen. „Mein Uralt-Handy kann das schon seit Ewigkeiten!“, schallt es darauf aus allen Löchern. Na und? Das Uralt-Handy ist aber kein iPhone.
Es mag fanatisch klingen und beinahe könnte man mir nachsagen, alles, was aus der Jobs-Schmiede kommt, wird bis aufs Schärfste von mir verteidigt. Ganz so ist es nicht. Früher konnte ich Apple nichts abgewinnen. Zählte zu denen, die hämisch grinsend mit dem Windows-Laptop unter Arm dastanden und PowerBook-Besitzer sarkastisch bemitleideten, weil sie auf (meiner Ansicht nach) tolle Tools und Games verzichten mussten. Doch nach ersten MacBook-Erfahrungen, präsentierte mir Steve Jobs auf seiner Keynote 2007 mein iPhone. Er präsentierte es nur mir, ganz für mich war es gemacht. Eine der vielen Emotionen, die der Apple-Boss transportieren kann. Da ist es mir doch egal, welche Knebelverträge es gibt oder dass es viel zu teuer ist. Ästhetik betäubt meinen sonst so gut funktionierenden Verstand. Und ich lasse mich voll drauf ein.
Im Mai 2008 trat dann das iPhone der ersten Generation in mein Leben. Ein Import aus den USA, damals noch ohne Anwendungen Dritter, denn den App Store gab es noch nicht. Dennoch wurde mir schon nach dem Auspacken klar: hier beginnt eine innige Beziehung. In diesem Augenblick waren alle Ex-Handys vergessen. Nokia, Siemens, Sony Ericsson? Kein Vergleich. Ich ließ mich auf die Apple-Welt ein, zog die Folie von der Oberseite des Displays und streichelte über den berührungsempfindlichen Touchscreen. Völlig intuitiv empfing mich das smarte Telefon, lud mich ein, es zu entdecken. Die ganze Nacht lang dauerte der Rausch der iPhorie an. Nicht nur das Äußere überzeugte – alles am iPhone war so herrlich unkompliziert.
Schnell bemerkte ich die auffälligste iPhone-Eigenschaft: das Wundergerät scheint sich fast menschlich in den Alltag einzuschleichen. Zog man vorher sein verkratztes Nokia 6233 aus der Tasche um eine SMS zu tippen oder zu telefonieren, schleuderte man es anschließend ohne Bedacht zurück in das Ablagefach seiner Mittelkonsole im Auto. Dem iPhone widerfährt immer und immer wieder ein regelrechtes Pflegeritual. Sanft streicht man über das Display um es vom Staub zu befreien, bevor man elegant mit einem Wisch die Tastensperre entriegelt. Nach dem Gebrauch bettet man es ebenso empfindlich auf irgendeine sanfte Unterlage – Hauptsache auf nichts, was zu Kratzern auf der Rückseite führen könnte.
Gegen eine gummischlauchartige Schutzhülle habe ich mich bis heute bewusst verweigert. Es wäre dem iPhone nicht angemessen, es in ein enges Korsett zu schnüren. Um diesen Entschluss zu fassen, muss man etwas tun, was einem als iPhone-Liebhaber nicht leicht fällt: man muss Akzeptieren lernen. Akzeptieren, dass dieses edle Stück Technik kein Mensch ist, mit dem man durchs Leben schreitet, sondern ein Gebrauchsgegenstand. Ein Gebrauchsgegenstand der verbindet, hilft, informiert, bildet, amüsiert, unterhält – egal, wo man sich befindet. Ist man als iPhone-Besitzer an diesem Punkt angekommen, kann man sich unbekümmert auf einen neuen Abschnitt der Mensch-Technik-Beziehung einlassen und das Streicheln und Liebkosen bei der Bedienung ohne Reue und ungutes Gefühl genießen.
Spätestens als zwei Monate nach dem Erwerb meines iPhone 2G der App Store das Licht der Welt erblickte (übrigens der Moment, ab dem ich auch auf einen Jailbreak verzichtete) waren dem iPhone und einem selbst keine Grenzen mehr gesetzt. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Wem Telefon, iPod, mobiles Internet, E-Mail-Abruf, Kamerafunktion und Co. von Haus aus nicht genügen, der verliert sich im App Store. Programme für alle Lebenslagen bereichern seitdem den Alltag der iPhoner. GPS sei Dank werden viele Applikationen zu neuen Lebensführern, denn das iPhone weiß genau, ob ich nun zu Hause sitze, in der Redaktion oder beruflich in Berlin unterwegs bin. Ein Programm beispielsweise, organisiert mir danach meine To-do-Liste. Es sagt mir, ob ich mich gerade in der Nähe des Supermarkts befinde und noch Knabberzeug einkaufen wollte. Schnell bemerkt man, dass das elektronische Gehirn einen größtenteils wie ein moderner Zombie durch den Alltag steuert. Das Schöne daran: Man muss ja nicht drauf zurückgreifen.
Als wesentlich harmloser stellen sich hier die Informationsdienste heraus, die dem iPhone-Nutzer den schnellsten Weg zur nächsten Bank, Tankstelle oder Haltestelle präsentieren. An letzterer angekommen, überbrückt man die Wartezeit dann mit einem Blick auf Twitter oder Facebook oder trainiert das durch die Überkontrolle des eHirns verlorene Gedächtnis mit „Gehirntraining“.
Und noch etwas hat Apples Telefon geschafft, woran viele Smartphone-Vorgänger gescheitert sind: Das iPhone hat das Internet allgegenwärtig gemacht. Wenn Sie künftig einen typischen iPhone-Besitzer sehen, der mit weißen Ohrhörern freisprechend telefoniert und dabei wie gebannt auf das Display seines Telefons blickt oder mitten in der Menschenmenge zum Stehen kommt, nur um gerade die neueste E-Mail zu lesen: wundern Sie sich nicht, denn er hält gerade die Welt in seinen Händen. Ob das nun an einem uninteressanten Telefonat oder dem Interesse, jederzeit online zu sein liegt, gilt es nicht zu beurteilen. Beides ist denkbar. In fremden Städten macht uns das iPhone ohne die geringsten Ortskenntnisse überlebensfähig. Zugegeben: Uns entgeht dabei vieles, was wir mit dem Blick auf das Display möglicherweise versäumen. Gleichzeitig entdeckt man aber viel Neues.
Die schöne iPhone-Welt – in einem Moment ist man durch sie euphorisiert, im anderen fast schon schockiert. Nämlich genau dann, wenn man feststellen muss, dass man durch dieses kleine Gerät mehr und mehr mit einem Computer verschmilzt. Natürlich hat das iPhone seine Macken, das steht außer Frage. Das integrierte Wörterbuch für Kurzmitteilungen oder E-Mail-Texte ist rückständig, neue Wörter lassen sich nicht manuell hinzufügen. Der SMS-Funktion fehlt ein Zeichenzähler – nie weiß man, ob man gerade eine oder drei Kurznachrichten versendet. Spätestens am Abend muss man das Smartphone mit Strom versorgen, da die Akkuleistungen des 2G oder des 3G rührend lächerlich sind, vergleicht man die Standby-Zeiten mit anderen auf dem Markt befindlichen Telefonen. Doch darum geht es beim iPhone gar nicht. Viel wesentlicher ist der Aspekt, was das Apple-Wunder mit uns und unserem Kopf anstellt. Triviale Alltagsdinge überlassen wir nun viel lieber einem Computer. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut und jeder iPhone-Nutzer wird dies insgeheim bestätigen können.
Kreisen die Gedanken um dieses Zukunftsszenario, das eigentlich schon gar keins mehr ist, beginnt man die lockere, leichte Beziehung zu seinem iPhone in Frage zu stellen. Das tut dieser Liebe gar nicht gut, denn lässt man die Kopfhörer zu Hause, erkundet ungewohntes Gebiet auf eigene Faust oder fragt sich durch, wird sich das böse rächen. Denn ganz weg kommt man von diesem Ding ja dennoch nicht. Und denkt man, man habe es geschafft, steigt die Versuchung bei der nächsten eintreffenden SMS oder dem nächsten Telefonat „mal eben schnell“ was zu googeln oder den Wetterbericht für die nächsten fünf Tage abzurufen.
Letztendlich ist es völlig egal, ob es Steve Jobs war, der uns ein Gerät namens iPhone gab. Er kam anderen einfach zuvor und wusste es, die Zukunft so zu verpacken, dass sie für jeden einfach verständlich ist. Der Weg zurück wäre schwierig und ist von mir auch keinesfalls gewollt, solange man mit ruhigem Gewissen von sich behaupten kann, der dominierende Part in dieser Mensch-Technik-Beziehung zu sein.
»Stromberg«-Fan? Die vierte Staffel schon längst auf DVD gekauft und zu Ende geschaut? Zufällig noch auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen und mal eben rund 24.000 Euro über? Dann solltet ihr euch die noch bis kommenden Sonntag laufende eBay-Auktion nicht entgehen lassen, denn unter den Hammer kommt Strombergs Dienstwagen, ein Subaru Legacy.
Foto: Screenshot
Wer jetzt sagt, 24.000 Euro sind doch viel zu viel für so ne alte Karre, der kann beruhigt werden: eine DVD-Box inklusive Herbst-Autogramm sowie ein paar Requisiten aus der Serie gibt es auch noch dazu. Schnäppchen!
Seit mehreren Monaten spielte ich bereits mit dem Gedanken, mir ein neues Navigationssystem zuzulegen, denn für mich war klar: das alte Medion-Gerät hatte nach knapp drei Jahren ausgedient. Es arbeitete auf den 400 Kilometern, die ich alle zwei Wochen zurück lege zwar noch zuverlässig, doch in Zeiten von riesigen Touchscreens schien es, als ob das Display im monatlichen Zyklus kleiner wurde. TMC-Stauumfahrung suchte man bei mir bisher ebenfalls vergebens.
Und wie das eben so ist: Entscheidungen schiebt man gerne vor sich her. Somit eröffnete sich mir vor wenigen Wochen auch die zusätzliche Option, eine Navi-App auf mein iPhone 3G zu laden. Vor knapp einem Monat war es dann auch so weit und ich griff dank Sonderaktion zum »Navigon MobileNavigator« in der Europaversion. Statt den üblichen 99,99 Euro musste man 79,99 Euro berappen. Zum Vergleich: Für die Deutschland-, Österreich- und Schweizversion wird man 69,99 Euro los. Die Kaufentscheidung wurde mir also erleichtert und nach dem Studieren der Rezensionen und einigen Testberichten hatte Navigon für mich die Nase vorn.
Was für's Auge
Für das Laden der App muss man entweder Zeit oder eine schnelle Internetverbindung mitbringen, denn 1,84 Gigabyte sind kein Pappenstiel. Danach funktionierte das Synchronisieren mit dem iPhone jedoch reibungslos.
Schon kommen wir zu einem für mich wesentlichen Punkt für meine Kaufentscheidung. Der »Navigon MobileNavigator« hat in meinen Augen die wesentlich hübschere Oberfläche und passt sich, größtenteils in Schwarz gehalten, perfekt dem iPhone-Look an. Nachdem meine favorisierten Ziele schnell eingespeichert waren – was Dank direktem Zugriff auf das Adressbuch sensationell gelöst ist – musste ich schnell feststellen, dass der GPS-Empfang zumindest im geschlossenen Raum nicht funktioniert. Lediglich mit »Sichtkontakt« zum Himmel, sprich: am Fenster, funkte der »MobileNavigator« zum Satelliten. Durch die integrierte Simulation konnte ich jedoch schon einen ersten Eindruck über die Streckenführung gewinnen.
Der Navigon-Startscreen
Kontaktadressen direkt in der App aufrufen und Route berechnen lassen
Wenig Platz für viele Infos
Obgleich ich kein Freund von 3D-Ansichten bei Navis bin, musste ich mich bei der Navigon-App eines Besseren belehren lassen. Übersichtlich und aufgeräumt kommt sie daher, was daran liegen mag, dass man sämtliche Zusatzinformationen, die angezeigt werden, selbst bestimmen kann. Über Tankstellen, Parkplätze, Restaurants, Kinos oder beispielsweise Hotels und Bahnhöfe entlang des Weges, kann man sich durch Minisymbole informieren lassen. Eine nette Idee, doch während der Fahrt lassen sich die zu klein geratenen Symbole kaum mehr erkennen, außer, man kennt sie alle auswendig. Ist man jedoch wirklich auf der Suche, bietet die enorme Liste an Sonderzielen garantiert das richtige Ziel an.
Auf Wunsch wird neben den von Haus aus angezeigten Orts- und Stadtteilnamen auch jeder Straßenname angezeigt. Ist man jedoch in der Innenstadt unterwegs, kann dies schnell in Informationsüberflutung auf dem Display ausarten.
Blick auf die normale Routenführung
Route inklusive Straßennamen und Gefahrenstellenanzeige (Blitzer)
Immer auf der richtigen Spur
Als Nutzer eines in die Jahre gekommenen Navis war ich fasziniert von der Sprachausgabe. Nicht etwa, dass die vorher eingesetzte Frauenstimme meines Vertrauens nuschelte oder mich in falsche Richtungen lotste, aber Städte- oder Straßennamen konnte sie leider noch nicht aussprechen. Anders bei Navigon: Hier lässt es sich quasi blind fahren, da ein Blick auf das Display fast schon überflüssig wird. Mit zuverlässigem Fahrspurassistenten und klaren Ansagen wie »In 300 Metern den linken Spuren folgen« oder »In einem Kilometer an der Ausfahrt 4 die Autobahn wechseln in Richtung Mainz« wird man sicher an sein Ziel gelenkt.
Der Fahrspurassistent im Einsatz. Falsches Einordnen dank genauer Ansage fast unmöglich.
Freiwillige Selbstkontrolle
Auch wenn ich, selbstredend, immer vorbildlich im Straßenverkehr unterwegs bin, so bietet der »MobileNavigator« die Option, sich über festinstallierte Blitzer durch die Ansage »Achtung! Gefahrenstelle!« informieren zu lassen. Zumindest mir bekannte Ampelblitzer innerhalb Saarbrückens kannte die Software. Für Bleifüße lässt sich außerdem eine flexible Warnung für das Übertreten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit einstellen. Die kennt die App nämlich und zeigt sie auch permanent im Display an. Vorteilhaft auf der Autobahn, wenn ein Schild einfach mal übersehen wurde.
Soweit mein durchweg positiver Erstkontakt und der Trockentest in der Simulation. Dieses positive Bild musste das Programm dann aber wenige Tage später noch unter realen Bedingungen bestätigen. Zur Installation im Auto hatte ich mir zunächst eine einfache iPhone-Halterung von Griffin zugelegt. »WindowSeat« überzeugte zwar durch den relativ günstigen Preis, jedoch nicht durch Handling. Einen optimalen Blickwinkel auf das Display einzustellen, gestaltete sich mit dieser Halterung in meinem Auto als fast unmögliches Unterfangen. Außer, ich hätte das iPhone in der oberen Hälfte der Windschutzscheibe installiert, sodass es mir die Sicht versperrt hätte. Für einen ersten Test musste die Griffin-Halterung dann aber ausreichen.
Praxis: Mit der Navigon-App auf der Autobahn
Auf der Autobahn zeigten sich dann die ersten Schwachstellen. Die schlimmste Befürchtung vieler zögernder Käufer sei jedoch zunächst entkräftet: der GPS-Empfang ist stabil. Zwar dauert es einen Augenblick, bis die Route berechnet und eine Verbindung zum Satelliten hergestellt wurde, danach läuft die Standortbestimmung aber rund und genau. Viel gravierender ist in meinen Augen die Lautstärke der Sprachausgabe. Vielleicht mag es an meinem iPhone 3G liegen, dass Audio ohnehin etwas leiser wiedergibt als das neuere 3GS, ab einem Tempo von 100 Stundenkilometern konnte ich von der Ansage aber beim besten Willen nichts mehr verstehen. Da half selbst die zusätzliche Lautstärkeregelung innerhalb der App nicht viel. Läuft dann nebenher noch das Radio, muss man sich bei einem etwas lauteren Fahrzeug schon ab zirka 80 Kilometern pro Stunde nur noch mit der Displayanzeige zufrieden geben.
Sanfte Stimme mit Rucklern
Gleiches gilt für die bisher noch nicht erwähnte, aber sehr gut umgesetzte, iPod-Integration. Auch hier reicht der iPhone-Lautsprecher einfach nicht aus. Kurzerhand schloss ich das Telefon dann an das Autoradio an, um über die Boxen im Fahrzeuginnenraum weiter zu testen.
Während der Routenführung wurde ich von Musik aus meinem iPod berieselt. Kam eine Navi-Ansage, so wurde der wiedergegebene Titel sanft nach unten gefadet, bis die Navigon-Stimme Auskunft erteilt hatte. Sehr angenehmes Feature. Ab und an stotterte die Stimme etwas, wenn der iPod parallel lief, was vielleicht aber auch auf das etwas leistungsschwächere iPhone 3G zurückzuführen ist. Überhaupt hängt die Software gerne mal, beispielsweise nach dem Start. Ein paar Sekunden Geduld muss ich schon mitbringen, bis ich mein Ziel eingeben kann. Auch das Anwählen der zu spielenden Titeln oder ganzer Wiedergabelisten im integrierten iPod-Menü brachte die App im Test gerne mal zum Absturz.
Kein Energiesparer
Größte, wenn auch zu erwartende Schwachstelle: die Akkulaufzeit. Wer in der Stadt mal eben von A nach B kommen will, kann den »Navigon MobileNavigator« ohne Bedenken mit dem iPhone-Akku nutzen. Auf längeren Strecken kann man der kleinen Batterie in der rechten Ecke des Displays jedoch förmlich zusehen, wie der Ladebalken minütlich schrumpft. Es muss also zwingend ein Ladekabel für den Zigarettenanzünder her, denn trotz frisch geladenem Akku war bei mir nach zirka einer Stunde Fahrt die Navigation zu Ende.
Das führt direkt zum nächsten Punkt, an dem Navigon hoffentlich in einer nächsten Version nachbessert: das iPhone-Display dunkelt sich während der Routenführung nicht ab. Von herkömmlichen Navigationslösungen ist man es gewohnt, dass, sobald man zum Beispiel 80 Autobahnkilometer am Stück vor sich hat, die Helligkeit des Displays bis zur nächsten Routenansage gedimmt wird. iPhone-Nutzer müssten hier schon von Hand zu Fuß über die üblichen Geräte-Einstellungen die Helligkeit regulieren. Durch ein Abdunkeln könnte so vielleicht auch eine minimal längere Akkulaufzeit erreicht werden.
Eine Halterung für knapp 100 Euro?
Nach dem Test war für mich klar: die Software kann was, Griffin-Halterung wird umgetauscht und ich richte meinen Fokus auf die beiden Car Kits von TomTom und Navigon. Ursprünglich favorisierte ich Letztere, als ich jedoch rausfinden musste, dass es sich dabei um nicht mehr als eine vom Design her ansprechende Halterung ohne weitere Funktionen handelt, wurde mir die Kaufentscheidung abgenommen. So orderte ich via Hersteller-Homepage das »TomTom Car Kit für iPhone«. Zwar schlägt dieses mit 99,99 Euro zu Buche, dafür erhielt ich jedoch für meine Bedürfnisse ein optimales Produkt, das ich am Wochenende auf insgesamt 400 Kilometern ideal testen konnte.
Starkes Team: »MobileNavigator« und »TomTom Car Kit«
Freispruch
Positiv fiel schon die Installation auf. Mit nur einem Dreh sitzt die TomTom-Halterung bombenfest und sicher an der Scheibe, ein Kugelgelenk lässt das iPhone in alle Richtungen ausrichten. Um den »MobileNavigator« auch im Querformat zu betreiben, lässt sich die Halterung komplett rotieren und auch in der Höhe verstellen. Dabei sitzt das iPhone sicher im Dock, oben wird es geräteschonend durch eine gummierte Rolle gehalten.
Mit Strom wird das Apple-Smartphone über das mitgelieferte, zirka 1,5 Meter lange Kabel für den Zigarettenanzünder versorgt. Dieses ist auch notwendig, denn ohne Saft funktioniert weder der verstärkende GPS-Empfänger, noch der Lautsprecher oder die Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Dieser wurde während meines Tests nach Kopplung im iPhone-Menü übrigens eine hervorragende Sprachqualität bei Telefonaten mit verschiedenen Personen bestätigt – und das bei 120 km/h.
Diese Tatsache zeigt auch, dass der kleine, in der TomTom-Halterung integrierte, Lautsprecher eine ausreichend starke Wiedergabe von Navigation, Musik und Telefongesprächen garantiert. Verglichen mit meinem ersten Testlauf liegen hier Welten dazwischen. Einziger Kritikpunkt einiger Audioliebhaber könnte sein, dass Musik über den Minilautsprecher natürlich etwas blechern klingt – was nicht anders zu erwarten war. Abhilfe kann hier jedoch über den zusätzlichen Audioausgang geschaffen werden. Über ein Klinkekabel (nicht im Lieferumfang) und ein Autoradio mit 3,5-Millimeter-Klinkeneingang lässt sich eine Wiedergabe über die Boxen ermöglichen.
Und plötzlich: Telefon
Geht während des Betriebs des »Navigon MobileNavigator« ein Anruf ein, so unterbricht das Programm die Routenführung und man kann das Telefonat wie gewohnt mit einem Klick annehmen. Hat man das iPhone zuvor über Bluetooth mit dem Car Kit gekoppelt, so wird die Freisprecheinrichtung automatisch aktiviert und man kann während der Fahrt telefonieren – und bitte nur so.
Nach Beenden des Gesprächs lädt das Navigon-App automatisch die letzte Route und setzt diese fort. Besonders hervorzuheben ist hier die schnelle Bestimmung der aktuellen Position. Überhaupt erledigt der GPS-Empfangsverstärker seinen Job tadellos. Selbst in Tunnel, in denen mein altes Navi bisher versagte, bleibt der Empfang gewährleistet.
Schneller ans Ziel – für 20 Euro extra
Zwischen der ersten und der zweiten Testfahrt wurde von mir zusätzlich die In-App-Software »Navigon Traffic Live« für 19,99 Euro installiert. Im Gegensatz zur handelsüblichen TMC-Stauumfahrung basiert »Traffic Live« auf einem System, das noch präziser als TMC sein soll – verspricht zumindest der Hersteller. Staus, Baustellen oder Behinderungen auf der Strecke sollen in Echtzeit umfahren werden können.
Seine Daten bezieht »Traffic Live« direkt von der Straße: aus Verkehrsschlaufen, von Fahrzeugflotten aber auch von anderen Navigon-Nutzern, sofern sie die Option der Datenübermittlung aktiviert haben. Anhand von Durchschnittsgeschwindigkeiten einer bestimmten Menge an Fahrzeugen werden so Verzögerungen in die Route eingerechnet und automatisch oder auf Anforderung Alternativstrecken angeboten. Aktuelle Daten bezieht die App alle paar Minuten über das Mobilfunknetz. Zwar soll der Datenverkehr nur wenig Traffic erzeugen, iPhone-Nutzer ohne Datenflatrate oder solche, die mit Roaming im Ausland unterwegs sind, sollten hier jedoch unbedingt auf etwaige anfallende Kosten achten.
»Traffic Live« informiert über Verkehrsbehinderungen und berechnet automatisiert oder manuell Ausweichrouten
Ob und wie zuverlässig »Traffic Live« seinen Dienst verrichtet, konnte bisher noch nicht ausführlich von mir getestet werden. Dauerbaustellen oder gesperrte Ausfahren wurden jedoch in der Übersichtsliste aufgeführt und erkannt.
Fazit: Wer ohnehin an die Neuanschaffung eines Navigationsgerätes denkt und Besitzer eines iPhones (3G, 3GS, Testberichten zufolge in Verbindung mit »TomTom Car Kit« auch 2G) ist, sollte ernsthaft mit dem Gedanken spielen, auf die Navigon-App zu setzen. In der für mich optimalen Kombination von »MobileNavigator« und »Car Kit« – dank Zulassung von Fremdprogrammen seitens TomTom – eine Investition von insgesamt 199,97 Euro für eine vollwertige Navigationslösung inklusive »Traffic Live«, iPod-Integration und Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Aus Gewohnheit wünschenswert: Anzeige der Restfahrzeit in Stunden/Minuten.
Enkes Tod: Sensationsjournalismus vs. Schutz der Ehre
Kevin | 17:38 Uhr
Manchmal kotzen mich die Medien an. Und zwar so richtig. Klar, irgendwo gehöre ich dazu und oftmals tragen sie zu meiner Erheiterung und (im besten Fall) auch zur Information bei, aber das, worüber ich heute im Blog von Medienjournalist Stefan Niggemeier gestoßen bin, schockiert und erzürnt mich gleichermaßen.
Generell mag man über die Berichterstattung vom Tod des Torhüters Robert Enke seine ganz eigene Meinung haben. Natürlich ist es eine Tragödie. Natürlich ist die Trauer berechtigt. Und natürlich geht auch mein Mitgefühl und Beileid an seine Adoptivtochter sowie an seine starke Frau, die, mit dem Gedanken, dem Medienzirkus danach entfliehen zu können, vor laufenden Kameras in der tiefsten Phase der Trauer eine PK gibt.
Doch mir scheint der Umgang der Medien mit diesem Thema in großen Teilen sehr einseitig. Passende Worte dazu hat in meinen Augen Kollege Frank Wallitzek bei Radio Bonn/Rhein-Sieg gefunden.
Davon ab: was sich einige namhafte Medienunternehmen in diesen Tagen leisten, zeugt mal wieder vom oft beschriebenen Sensationsjournalismus, wie der Blog-Eintrag von Niggemeier unter Beweis stellt.
Natürlich war die Selbsttötung von Torwart Enke auch bei ProSieben ein Thema. Am Mittwoch berichtete in »Newstime« Reporter Stefan Landgraf. Dem Zuschauer werden Bilder vom Unglücksort präsentiert. Eine junge, zunächst nicht näher erkennbare Frau ist zu sehen, die sich mit den Helfern austauscht. »Sagen Sie bitte, was mit meinem Mann ist«, erkundigt sie sich bei einem Polizisten. »Das kann ich Ihnen jetzt nicht sagen.« »Lebt er noch?« will sie wissen. Seitens der Polizei erneut die Aussage, dass man dies jetzt nicht sagen könne. Es ist Enkes Frau Teresa, die sofort zum Unglücksort eilte.
Das alles präsentierte uns ProSieben (beziehungsweise der hauseigene Nachrichtensender N24) mit entsprechendem Bildmaterial und Untertiteln zur besseren Verständlichkeit. Stefan Niggemeier zeigt von ihm unkenntlich gemachte Screenshots aus dem Beitrag.
Sensationsgeilheit der unschönen Sorte. Doch wer kann so etwas verhindern? Die Antwort ist ganz einfach: der Pressekodex, den jeder Journalist hoffentlich auswendig gelernt oder zumindest irgendwann mal in Händen gehalten hat. Zunächst ein Auszug um zu erklären, dass die Berichterstattung über den Selbstmord Enkes in der Tat seine Berechtigung hat, thematisiert zu werden:
Richtlinie 8.5 – Selbsttötung
Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Eine Ausnahme ist beispielsweise dann zu rechtfertigen, wenn es sich um einen Vorfall der Zeitgeschichte von öffentlichem Interesse handelt.
Berichterstattung ja, aber...
ZIFFER 9 – SCHUTZ DER EHRE
Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.
Bleibt die Frage offen, ab wann von »unangemessenen Darstellungen« die Rede ist. War die »Newstime«-MAZ unangemessen? Das obliegt in erster Instanz natürlich zunächst den verantwortlichen Chefredakteuren. Doch sollte auch die Redaktion von ProSieben/N24 über Ziffer 11 des Pressekodex informiert sein, denn...
ZIFFER 11 – SENSATIONSBERICHTERSTATTUNG, JUGENDSCHUTZ
Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid. Die Presse beachtet den Jugendschutz.
Richtlinie 11.1 – Unangemessene Darstellung
Unangemessen sensationell ist eine Darstellung, wenn in der Berichterstattung der Mensch zum Objekt, zu einem bloßen Mittel, herabgewürdigt wird. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn über einen sterbenden oder körperlich oder seelisch leidenden Menschen in einer über das öffentliche Interesse und das Informationsinteresse der Leser hinausgehenden Art und Weise berichtet wird.
Unangemessen? Nicht für die Nachrichten-Redaktion. ProSieben-Sprecher Christoph Körfer sagt auf Anfrage von Niggemeier, die Bilder zu zeigen war »angemessen«. Bei N24 hieß es auf seine Nachfrage hin, diese Bilder seien doch auch auf anderen Sendern zu sehen gewesen. Im Vergleich zu ProSieben jedoch verpixelt.
Es ist ein Armutszeugnis, wenn Bilder wie diese über den Sender geschickt werden. Überhaupt gipfelt der Sensationswahn der Presse mehr und mehr in fragwürdige Dimensionen und stellt den Beruf des Journalisten in eine Ecke, in die er nicht reingehört. Schnell wird man als unsensibles Monster abgestempelt.
So ist es bei Twitter keine Seltenheit mehr, wenn eine Lokalzeitung User mit Tweets wie »Tote und Schwerverletzte bei Unfall auf der B10 – Bilder und Videos bei uns...« anlocken will. Wer diese Form von Journalismus unterstützen will, darf natürlich weiterhin gerne klicken. Bei mir wird so etwas lediglich mit einem Klick auf »unfollow« quittiert.
Für die ProSieben/N24-Nachrichtenredaktion zum Ausdrucken und An-die-Wand-hängen
Zwei Verrückte, zwei Leidenschaften, ein Idee. Körber und Hammes transformieren vor dem Mikrofon zu wahren Medienwächtern der virtuellen Welt und analysieren kritisch, subjektiv und wertend in der „Medien-KuH“ das Neueste aus der (scheinbar) schillernden Medienlandschaft.
Wenn der Sandmann längst in seinem Bettchen schlummert, laufen Körber und Hammes zu Höchstformen auf und stürzen sich auf alles, was sich in der Flimmerkiste, auf der Kinoleinwand und in den Zeitungen der Nation tummelt.
In der Premierenausgabe des neuen und absolut subjektiven Medien-Podcasts reden Körber und Hammes unter anderem über die Geburt der Medien-KuH. Außerdem wird analysiert, wieso Hammes seit „Big Brother“ Staffel eins nur noch selten zur Fernbedienung greift und warum Körber nichts mit Animationsfilmen anfangen kann.
Wer in Deutschland fern sieht, braucht schon ein starkes Nervenkostüm. Längst sind es nicht mehr die ach so verteufelten täglichen Talk- oder Gerichtsshows, Klingelton-Werbespots, dubiose Telefongewinnspiele oder Kartenlegerinnen, denen man zu Hause nicht mal ein Glas Leitungswasser anbieten würde, aus Angst, sie würden einem die Wohnung plündern. Nein, die wahren Misthaufen der deutschen Fernsehlandschaft tarnen sich in Programmzeitschriften zu gerne als "Doku-Soaps". Was unter dem tollen Begriff "Infotainment" serviert wird, entpuppt sich schnell als Unterschichtenfernsehen der feinsten Sorte. Da wird nicht nur ausgewandert – nein, es werden Babys zur Welt gebracht, Schulden beglichen, Restaurants getestet, Bauern mit den dicksten Kartoffeln an Frauen vermittelt oder ganze Häuser renoviert.
"Schöne Menschen haben es besser" – Das Fernsehen spielt wieder Gott
Aber Fernsehdeutschland will befriedigt werden und so scheint es kaum verwunderlich, dass sich die kreativen Produzenten der Republik stets etwas Neues einfallen lassen... müssen. Der neueste Trend scheint auch schon gefunden und so heißt die nächste Baustelle der TV-Lebenshilfe: Schönheits-Operation. Klar, schließlich plaudern doch genügend Prominente völlig offen darüber, dass sie an sich rumschnippeln haben lassen. Dennoch sitzt der geneigte Fernsehzuschauer dann fast schon desillusioniert vor der Mattscheibe und zeigt sich schockiert. Denn die Schönheits-OP ist immer noch für einen Aufreger gut, schließlich handelt es sich dabei um ein Thema, das an die Emotionen und die Werte appelliert. Schön extrem, schön kontrovers – genau der richtige Stoff für einen Sender wie RTL2. So wird das am heutigen Dienstag startende Format mit dem aufrüttelnden Titel "Extrem schön! – Endlich ein neues Leben" seinen Platz zwischen "Frauentausch", "Heirate mich!" und "Freunde und Helfer!" einnehmen. Nun schafft RTL2 also endlich ein Umfeld für all diejenigen, die sich längst nicht mehr nur mit der Neugestaltung der Wohnung begnügen – auch wenn bei "Extrem schön!" ebenfalls gebohrt und gewerkelt wird, bis die noch so kleine Restfalte im Gesicht um Gnade winselt.
Die erste Folge erzählt unter anderem die Geschichte der 38-jährigen Babsi, die sich "selbst fremd geworden" ist, heißt es in der Presseinformation des Senders. Völlig verzweifelt steht sie da und sieht ihren deformierten Körper lediglich als Hülle an, in der sie leben muss. Doch da hilft RTL2! Der Sender, der nach dem bekannten "Stromberg"-Prinzip handelt, denn die Menschlichkeit steht klar im Vordergrund bei dieser Art der Lebenshilfe. Ohne die Sendung vorab gesehen zu haben, werden die Macher von "Extrem schön!" das Leiden der Kandidaten mit Sicherheit genügend würdigen, um auch dem letzten Zuschauer des Programms deutlich zu machen, dass es sich hier wirklich um eine Hilfe handeln und nicht etwa, um das Fernsehen Gott spielen zu lassen.
Trailer zu "Extrem schön!"
Jemand zweifelt noch an den guten Taten von RTL2? Auch für den noch so gewieften und cleveren Zapping-Zombie, der möglicherweise noch von "Big Brother" hängen geblieben ist, halten die Macher etwas in der Hinterhand und rufen das Kompetenzteam der besten Ärzte, Psychologen, Fitnesstrainer und Ernährungsberater Deutschlands auf den Plan. Diese Götzenbilder ihrer Zunft begleiten die Show-Teilnehmer durch "acht Wochen Entbehrungen, Schmerzen und Kampf", so der Sender.
Schönheits-OPs im Fernsehen – nicht ganz neu...
Doch nehmen wir RTL2 in Schutz; vor ihm haben schon andere versucht, mit dem emotionalen Thema Schönheits-OP Quote zu machen. Erinnert sich noch wer an Verona Feldbusch? Sehr richtig, die quirlige Spinat-Quasselstrippe, die heute den Namen Pooth trägt und deren Nase vor geraumer Zeit auch noch ein wenig anders aussah. Eben diese Verona präsentierte 2004 auf ProSieben "The Swan – Endlich schön!". Das Konzept: Aus einem hässlichen Entlein einen schönen Schwan zaubern – mit allen Mitteln. Das Original stammt natürlich aus Amerika. Dort sind Schönheitsoperationen ja auch so alltäglich wie hierzulande das Müsli zum Frühstück. Doch in Deutschland geriet das Format schnell in die Kritik, noch im gleichen Jahr der Ausstrahlung wurde die Initiative "Koalition gegen den Schönheitswahn" der Bundesärztekammer ins Leben gerufen. Diese stellte Sendungen wie "The Swan" an den Pranger und plädierte für eine verantwortungsbewusstere Darstellung der schönheitschirurgischen Eingriffe, die dann auch noch von Kameras begleitet werden müssen.
Ganz klar: Die Macher von "The Swan" haben hier in Deutschland einen großen Fehler begangen. Sie haben bei den Erzählungen der einzelnen Geschichten der Kandidaten offensichtlich nicht genügend auf die Tränendrüse gedrückt, hatten kein Kompetenzteam, dass glaubhaft machen soll, dass die Eingriffe wirklich von Notwendigkeit sind. Hier hat RTL2 seine Hausaufgaben gemacht – ein Fleißsternchen ins große Buch der Fernsehgeschichte.
"Schöne Menschen haben es besser"
Doch nicht nur Menschen von nebenan lassen öffentlich das Messer an sich ansetzen. Prominentestes Beispiel für chirurgische Eingriffe im Scheinwerferlicht ist die abgehalfterte Brigitte Nielsen. Sie gewährte für RTL in der "Promi-Beauty-Klinik" tiefe Einblicke und der voyeuristisch veranlagte Zuschauer konnte "hautnah" dabei sein, wie sich die Nielsen ihren Balkon und die Fassade erneuern ließ. Auch hier hagelte es Kritik, doch unterscheidet sich die "Promi-Beauty-Klinik" in einem nicht zu verachtenden Detail von "Extrem schön!" – hier will ein dänischer B-Promi an sich rumschneiden lassen, um wieder jünger und attraktiver zu wirken. Vermutlich kassierte Brigitte Nielsen auch noch eine Menge Geld für ihre Eingriffe. Wer würde darauf schon verzichten? In der neuen RTL2-Sendung hingegen geht es um Menschen, die – das ist gar nicht anzuzweifeln – unzufrieden mit sich und ihrem Aussehen sind. Anders als die Nielsen sehen sie in dieser Sendung vielleicht sogar ihre letzte Chance und werfen dafür auch ihre Bedenken und möglicherweise sogar ihre Prinzipien schnell über Bord.
Fest steht, dass Schönheits-OP-Shows nach wie vor einen faden Beigeschmack besitzen. Operative Eingriffe werden verharmlost und zielen hauptsächlich darauf ab, ein Stück vom Quotenkuchen einzuheimsen. Ärzte präsentieren sich vor einem Millionenpublikum, machen sich dadurch schlicht und ergreifend unseriös.
Der Preis für Schönheit ist wahrlich hart, doch was nimmt man nicht alles in Kauf, um "Extrem schön!" zu werden. Denn RTL2 weiß: "Schöne Menschen haben es besser: Schöne Babys bekommen mehr Zuwendung, schöne Erwachsene haben mehr Erfolg – im Beruf und im Privatleben". Und so scheint es nicht verwunderlich, wenn ich als Otto-Normal-Zuschauer zwischen diesen Zeilen lese: "Auch Ihr hässlichen Menschen vor der Glotze könntet schön werden! Aber macht Euch nichts draus, jetzt schnell noch ein paar Kartoffelchips einwerfen, damit ihr weiter unser hochwertiges 'Infotainment'-Programm verfolgen könnt." Eine reichlich armselige Ansicht von Attraktivität, der ein Facelifting ebenso gut zu Gesicht stehen würde.
Erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Heute würden wir bereits den 7. Geburtstag des kleinen Anarchie-Lokalfensters an der Saar feiern. Am 2. Mai 2002 ging es an der Seite von Kollegin Joey los – meine On-Air-Premiere. Happy Birthday!
Ausschnitt vom 2. Mai 2005 (3. Geburtstag und 700. Sendung) Sorry für fehlende Szenen meines Kollegen Danny, aber einen neueren Zusammenschnitt von 2002 bis 2006 habe ich nicht parat ;)
Der Kundenzeitschrift der Deutschen Bahn "Mobil" verriet Late-Night-Talker Harald Schmidt, was sich in seiner Sendung verändern soll, wenn sie im Herbst zurückkehrt. (...) Der Altmeister sucht also gewissermaßen den next Oli Pocher. Schmidt: "Ich bin gerade dabei, möglichst unbekannte Leute zu entdecken, für die die Sendung eine Art Sprungbrett ist."
Sehr geehrter Herr Schmidt,
mit großem Interesse wurde ich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stellenanzeige in der Bahn-Kundenzeitschrift "Mobil" aufmerksam. Hiermit möchte ich mich offiziell um die Stelle in Ihrer neuen Late-Night-Sendung "Schmidt & Körber" bewerben.
Fotos und Videos anbei, klingeln Sie doch einfach mal durch.
Grüße aus der neuen Heimat Manuel Andracks,
Kevin Körber
Für viele waren die GIGA-Moderatoren – auch Netzreporter genannt – sicherlich nervige, oft niveaulose, uninformierte Nerds, die glücklich darüber waren, zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen zu sein und jetzt ihre Nase in die Kamera halten zu dürfen. Wie oft wurde NBC GIGA, gerade in seinen Anfangszeiten, belächelt; wie oft wurden für die Sendung oder später den gesamten Sender schon rostige Nägel in den Sarg geschlagen, der bereits mehr als einmal auf dem Fernsehfriedhof landen sollte.
Ich darf mich zu den glücklichen Menschen zählen, die behaupten können, für GIGA gearbeitet zu haben. Denn im Auftrag des großen "G" zu arbeiten, war nicht einfach nur ein Job – es war viel mehr. An der Idee, das Internet mit dem TV zu verbinden, kann man sicherlich zweifeln. Auch über die unkonventionelle Art und Weise, die sich durch die gesamten letzten zehn Jahre GIGA zog – egal ob auf NBC Europe, Das Vierte oder auf einem eigenen 24-Stunden-Sendeplatz. Doch an dem Teamspirit, der hinter der Marke stand, gibt es nichts zu zweifeln. Natürlich war nicht alles Sonnenschein. Natürlich ärgerte man sich auch bei GIGA über diverse Um– oder Missstände. Und natürlich war man auch bei GIGA manchmal kurz davor, die Nerven zu verlieren. Aber dennoch kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass mich keine Zeit mehr geprägt hat, als diese. Ganz gleich ob ich als damals 14-Jähriger Uta, Miri, Tom, Daniel, Gregor & Co. noch als aktiver Zuschauer vor der Glotze verfolgt und mich gleichzeitig darüber geärgert habe, dass ich lediglich über ein 56k-Modem verfügte, die Einwahl ins Netz zugleich noch ein Arsch voll Geld kostete, und ich nicht über die ganzen fünf Live-Stunden hinweg via Chat oder Forum an der Sendung teilnehmen konnte, oder aber als ich nur vier Jahre später selbst für den Laden vor der Kamera stehen durfte. Zunächst im Lokalstudio Saarbrücken, 2004 dann im großen und legendären New Media Center. Ich kann heute offen und ehrlich zugeben: Es war ein mulmiges Gefühl, als ich in dem Studio stand und nur einen Tag später um 15.00 Uhr Hauptakteur in der Sendung war, die ich früher selbst so gerne verfolgt hatte.
Nach meinem persönlichen GIGA-Aus im Januar 2006, das durch die Schließung der Lokalstandorte und später der Hauptsendung in Berlin durch NBC Universal unfreiwillig herbeigeführt wurde, zogen nun drei Jahre ins Land. Drei Jahre, in denen ich den Sender, der inzwischen in Köln stationiert war, nicht immer verfolgen konnte. Anfangs fehlte mir die entsprechende Empfangsmöglichkeit, danach meist die Zeit. Doch wer einmal mit dem G-Virus infiziert wurde, der wird davon nicht so schnell losgelassen. So kam es Anfang 2007 sogar zu neuen Gesprächen und einem Casting in Köln. Letztendlich landete ich dann doch wieder im Saarland – der Heimatverbundenheit wegen.
Die Schreckensnachricht vom 13. Februar 2009 traf mich dann aber sicherlich genauso, wie viele GIGA-Friends. Ganz gleich, ob noch aktiv, oder dem Sender schon längst mit dem Rücken zugewandt. Ende März ist Schluss. Dieses Mal aber nicht "nur" mit einer Sendung, sondern für immer. Die Verdrängungsphase setzte ein, und auch wenn man fortan die Wiederholungen der Kollegen aus Köln im Fernsehen beobachten konnte – so wirklich angekommen war das GIGA-Aus noch nicht. Wie sich die Kollegen in der Domstadt fühlen mussten, als sie von der Nachricht erfuhren – ich konnte es nachempfinden. Die Botschaft, die mich im Dezember 2005, einen Monat vor dem Ende des Lokalstudios Saarbrücken erreicht hatte, und die letzte nach über 875 Sendungen kamen einem Begräbnis eines guten Freundes gleich, den man seit seiner Kindheit kennt und der nun aus dem Leben tritt.
31. März 2009, 23.59 Uhr. Colin und mein Ex-Lokal-Kollege Dennis absolvierten den letzten Konsolen-Take aus der Konserve, danach folgte ein Imagetrailer. Dann: Schwarzbild. Am 1. April 2009 um 0.00 Uhr zog GIGA den Stecker und das Sendeformat, das in seiner Art und Weise für immer einzigartig bleiben wird, landete dort, wo man es schon so oft sah aber als Zuschauer, Fan und erst recht als Mitarbeiter nie hätte sehen wollen: Auf dem Fernsehfriedhof.
Eigentlich wollte ich zum Ende von GIGA gar nichts beitragen – doch jetzt, 54 Minuten nach dem endgültigen Aus, wird mir klar, dass hier mehr als nur ein Sender abgeschaltet wurde. Es ging soeben ein Stück Jugendkultur. Ein Programm, welches über zehn Jahre hinweg Generationen beim Aufwachsen begleitet und vielleicht sogar eine Richtungsvorgabe für deren berufliche Zukunft und deren Leben gegeben hat.
Lasst uns das olle "G" am kommenden Samstag, den 4. April bei GIGA.United gebührend verabschieden. Denn dort stellen die Leute, die von diesem Programm mehr als nur inspiriert worden sind, eine 24-Stunden-Sendung auf die Beine. Zu solch einer Leistung verhilft eben nur das Lebensgefühl GIGA...
Michael - 21 Tage mit dem iPhone 4 Also bis auf das "in der Hand halten" absolut dito. Anders als beim 3G lagert es aber seit seinem 1. Tag in einer Tasche :-)
Florian Meyer - 21 Tage mit dem iPhone 4 Meins ist bestellt und sollte in einigen Wochen kommen. Und wenn ich deinen Text so lese, kann ich mich wohl drauf freuen...
Peter - Perfektes Duo? Navigon meets TomTom im Praxistest Ich kann vom Kauf des TomTom CarKit nur abraten. Habe es nach einigen Wochen wieder aus dem Betrieb genommen, weil die Kopplung per Bluetooth zunehmend zum Lotteriespiel geriet. Da es mir jedoch auf die genaue Positionierung ankam, hatte ich vor einer lang... weiterlesen
Nicolaj - 7 Jahre Allein schon der Link zum Webarchiv von giga.de. Echt klasse. Mein favorisiertes Update, 4.0. Hach...*schwelg*