Nela Panghy-Lee: „Bin keine blöde Tussi“

Interview veröffentlicht am 9. Juli 2010 auf newsecho.de

Moderatorin Nela Panghy-Lee ist im privaten wie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu Hause. Von Kinderfernsehen bis „Wetten, dass..?“ – newsecho.de-Redaktionsleiter Kevin Körber sprach mit Nela Panghy-Lee über ihre Schüchternheit, den Spaß an ihrer Arbeit und das aktuelle Fernsehprogramm.

Nela, ich habe gelesen, dass Du früher eher schüchtern und zurückhaltend warst und man Dir nie zugetraut hätte, vor einer Kamera zu stehen. Du hast gesagt, Du hast Deine Schüchternheit genau dadurch therapiert – wie hat das funktioniert?

Nela Panghy-Lee: Wenn ich Weihnachten nach Hause fahre und meine damaligen Lehrer in der Schule besuche, sagen die mir oft: „Wir hätten ja wirklich alles gedacht, aber nicht, dass Du mal vor der Kamera landest.“ Und da merke ich selbst, dass das ein Riesensprung für mich war. In der Schule mochte ich mich nie melden, war nie der Klassenclown, nie Wortführer.

Woran lag das? Am Migrationshintergrund?

Nela Panghy-Lee: Ich bin in einem schwäbischen Dorf groß geworden und hatte dort eine Sonderrolle, weil ich das einzige Kind mit migrantischem Hintergrund war. Durch mein koreanisches Äußeres habe ich natürlich anders ausgesehen und war auch ein sehr schüchternes Kind. Irgendwann habe ich dann aber gemerkt, dass ich daraus ausbrechen und das nicht sein will und ich eigentlich viel cooler als alle anderen bin, die es aber nur nicht wissen (lacht).

Wann hast Du dann angefangen, Deine Schüchternheit abzulegen?

Nela Panghy-Lee: Damals bin ich dann aus meinem kleinen Dorf nach Köln zum Casting und so hat das angefangen, dass ich Stück für Stück immer selbstsicherer geworden bin. Aber ich war selbst bei Viva noch unsicher und musste selbst erstmal aus meiner alten Rolle heraus finden und mich selbst erst entdecken.

Ich stelle mir den Moment, in dem das Rotlicht anging, sehr angespannt vor – gerade wenn Du erzählst, Du hast Dich früher nicht gerne zu Wort gemeldet. Dann gilt es, dann muss man beweisen, was man kann…

Nela Panghy-Lee: Die Leute haben mich nicht gekannt – das war ein großer Vorteil. Als ich im Jahr 2000 bei meinem ersten Casting war; ein Model-Mädchen nach dem anderen neben mir, alle kamen aus Großstädten und waren extrovertiert und laut…

…wie man sich das bei einem Viva-Casting so vorstellt.

Nela Panghy-Lee: Eben. Richtige Stutenbissigkeit. Und ich wollte ja wirklich niemandem etwas Böses und nur dieses Casting hinter mich bringen. In der Situation habe ich mich schon so total überfordert gefühlt. Während des Castings bin ich knallrot geworden und wusste selbst nicht, wo oben und unten ist. Trotzdem kam ich von 4.000 Mädchen unter die besten 25.

Konntest Du feststellen, dass Du durch Deine Arbeit vor der Kamera auch privat selbstbewusster wurdest?

Nela Panghy-Lee: Ich würde nicht sagen, dass es das Fernsehen an sich ist. Mein Leben hat sich dann natürlich von Grund auf geändert. Ich musste dann ja auch mein Studium aufgeben, bin nach Köln gezogen, musste plötzlich alleine leben – diese Erfahrungen haben mich selbstsicherer gemacht. Ich hatte einen Job im Fernsehen und natürlich erhält man dann sehr viel Aufmerksamkeit. Das gibt einen Schub Selbstsicherheit.

Castings sind letztendlich nichts anderes als Bewerbungsgespräche.

Nela Panghy-Lee: Ja und dann bist du plötzlich im Berufsleben und merkst, es gibt nicht nur Leute, die dir Gutes wollen, sondern du hast auch ganz viele negative Erlebnisse. Aber alles bringt dich im Leben irgendwie weiter. Alles macht dich ein Stück reifer und erwachsener. Plötzlich hatte ich auch nicht nur ein „Glamour-Leben“ in dieser Fernsehwelt, sondern auch viele Probleme. Das macht mit der Zeit auch ein Stück selbstsicherer, wenn man bemerkt, dass man damit alleine klar kommt.

Was wäre aus Dir eigentlich geworden, wenn Du beim Viva-Casting nicht genommen worden wärst?

Nela Panghy-Lee: Ich habe Germanistik und Journalistik studiert und es wäre auf jeden Fall in diese Richtung gegangen. Wahrscheinlich wäre aus mir entweder eine PR-Tante oder eine Journalistin geworden.

Der Drang zur Öffentlichkeitsarbeit war also schon immer irgendwie da?

Nela Panghy-Lee: Eigentlich war nur der Drang da, zum Fernsehen zu gehen. Als es dann 2000 nicht geklappt hatte, habe ich eben mein Studium in Richtung Fernsehen ausgerichtet, weil ich immer das Gefühl hatte, ich müsste mich sinnvoll darauf vorbereiten. Aber ich wäre keine gute Journalistin geworden, weil mich das nicht von Herzen interessiert hätte.

Wie haben Deine Eltern darauf reagiert? Viele junge Menschen wollen ja heutzutage „irgendwas mit Medien“ machen.

Nela Panghy-Lee: Meine Mutter dachte immer, ich werde Pianistin. Aber mit dem Abitur war dann klar, dass das keine Option war. Ich hatte überhaupt keine Lust, Klavier zu spielen – trotz 14 Jahren Klavierunterricht. Ich sagte, ich würde schon gerne „irgendwas mit Medien“ machen – das war auch immer mein Satz. Irgendwas! Das mit dem Germanistikstudium fanden meine Eltern dann auch gut, davor hatte ich ja Soziologie mit Schwerpunkt PR studiert und das fanden meine Eltern dann auch alles sehr solide. Aber als ich 2004 ankam und sagte, Viva hat sich gemeldet und ich muss jetzt binnen einer Woche nach Köln ziehen und mein Studium abbrechen, ging erstmal das große Donnerwetter los. Meine Eltern waren alles andere als begeistert.

Aber im Nachhinein doch hoffentlich schon?

Nela Panghy-Lee: Ja, sie haben gesehen, dass ich sehr viel arbeitete, kämpfte und mich deswegen weiterentwickelt habe. Und sie sehen jetzt auch, dass ich wirklich meinen Traumjob mache und dafür liebe ich meine Eltern. Sie unterstützen mich immer.

Man hat das Gefühl, vielen ist bei diesem Berufswunsch gar nicht klar, dass das auch viel Arbeit ist und Moderator sein nicht bedeutet, mal eben vom Teleprompter abzulesen. Welche Anforderungen stellst Du selbst an Dich in Deinem Job?

Nela Panghy-Lee: Ich möchte immer einhundert Prozent geben und Arbeit abliefern, bei der ich genau weiß, das macht dem Zuschauer und meiner Redaktion Spaß. Ich bin nicht der Typ, der gerne polarisiert; ich finde es gut, wenn die Leute sagen, ich habe einen super Job gemacht. Damit gehe ich an meine Arbeit ran. Und natürlich ist es viel Arbeit. Die Zuschauer sehen immer nur diese eine Stunde „Taff“, aber es ist ja auch Redaktionsarbeit und die ganze Vorbereitung auf die Sendung.

Was hast Du für Dich aus Deiner Arbeit in den letzten Jahren gelernt?

Nela Panghy-Lee: Dass es einfach keinen Sinn macht, schnell nach ganz oben kommen zu wollen. Deshalb habe ich „Playboy“-Shootings immer abgesagt oder diese ganzen Nummern, die dich schnell mal in die „Bild“-Zeitung bringen. Ich liefere seit sechs Jahren stetig einhundert Prozent ab. Die Zuschauer kennen mich und wissen auch, wofür ich stehe. Ich kann morgens in den Spiegel schauen und weiß, ich bin keine blöde Tussi, die täglich in der „Bild“ stehen muss und von einer Party zur anderen rennt und ganz Deutschland die Titten zeigt. Das brauche ich nicht, es würde mir keinen Spaß machen und zuletzt auch meiner Familie nicht. Die Grenze zum Privaten sollte man konsequent ziehen, wenn man in dieser Branche ist.

Da kommt es auch auf die Richtung an, in die man gehen will: Schneller Ruhm oder langfristige Karriere. Und im ersten Fall muss man dann eben auch mit den Konsequenzen leben, wenn man abgestempelt wird, oder?

Nela Panghy-Lee: Die Frage ist: Will man nur von allen Leuten erkannt werden und diesen schnellen Hype haben oder will man einfach einen Job machen? Und ich bin irgendwann darauf gekommen, dass ich es schön finde, wenn ich einfach langfristig meinen Job machen kann und wenn die Leute das toll finden. Und nicht, dass ich mich nach fünf Jahren selbst so verbrannt habe, dass mich niemand mehr sehen will und alle bloß genervt von mir sind.

Stimmt, jetzt wo Du es sagst: Ich vermisse Dich in sämtlichen Panel-Shows und bei der „Chart-Show“ als Bluebox-Promi.

Nela Panghy-Lee: (lacht) Für mich hat sich noch nicht erschlossen, warum das Spaß machen soll. Vielleicht mache ich das irgendwann mal, um zu testen, wie es ist, aber bisher hatte ich keine Lust dazu. Ich finde es einfach schön, Sendungen mit Inhalt zu machen, in denen ich etwas präsentieren kann.

Gehen wir doch etwas konkreter auf Deine Arbeit ein. Du moderierst „Taff“ zweimal in der Woche live. Was ist für Dich der Reiz an Live-Fernsehen?

Nela Panghy-Lee: Die Kamera geht an und du musst loslegen. Da gibt es keine Entschuldigung, da gibt es keinen Blackout sondern du musst funktionieren. Das ist wie Achterbahn fahren: du setzt dich rein und weißt, du kommst nicht mehr zurück. Du musst die Strecke einfach überleben; genau so ist eine Live-Moderation. Ich weiß genau, eine Stunde ist von mir alles gefordert, die Energie muss da sein und es ist total egal, ob ich schlechte Laune habe oder keine Lust oder Kopfschmerzen habe – es interessiert dann keinen. Ich glaube diesen Kick brauche ich auch.

Heißt: Live ist für Dich die schönere Arbeitsbedingung?

Nela Panghy-Lee: Beides hat seine Reize. Ich finde Live-Sendungen sehr schön, aber als ich für Nickelodeon die „Kids‘ Choice Awards“ aus Los Angeles moderiert habe, war das eine Aufzeichnung und das war auch sehr angenehm. Und Aufzeichnungen verlaufen teilweise auch viel entspannter, man hat mehr Möglichkeiten und es ist weniger stressig.

Bei Aufzeichnungen fehlt mir ja oftmals die Spontaneität. Man kommt doch viel eher in die Versuchung zu sagen „Wir machen das nochmal“, anstatt die Situation dann live noch zu retten.

Nela Panghy-Lee: Das stimmt! Dieses Phänomen haben wir auch schon beobachtet. In der Sommerpause wird „Taff“ ja aufgezeichnet und lustigerweise versprechen wir uns dann häufiger, weil wir ja wissen: es kann nichts passieren, das kann man nochmal machen. Wenn man weiß, die Chance ist danach nicht weg, neigt man dazu, schneller aufzugeben und die spontanen, lustigen Sachen passieren dann natürlich nur während Live-Sendungen. Da muss man weitermachen.

Das sind dann doch genau die Situationen, die einen Moderator reizen sollten?

Nela Panghy-Lee: Das ist großartig. Blöd ist nur, wenn man alleine da steht. Aber in einer Doppelmoderation kann einem da gar nichts passieren, irgendwas quatscht man dann immer und dann passieren eben die ganzen lustigen Szenen, auf die der Zuschauer ja auch wartet.

Du warst bei Viva, jetzt aktuell sieht man Dich bei Nickelodeon, beim ZDF und bei ProSieben – das sind sehr unterschiedliche Programmfelder. Wie unterscheidet sich Deine Arbeit bei den Sendern?

Nela Panghy-Lee: Für mich unterscheidet es sich nicht, weil es ist letztendlich Arbeit, auf die ich mich vorbereiten muss. Die Themen sind andere. Bei „Taff“ geht es um die lustigen Lifestyle-Themen, bei Nickelodeon habe ich Kinder als Publikum und gerade die Show, „Spielegalaxie“, die wir moderieren, da spielen wir mit Kindern, was wieder eine ganz andere Arbeit bedeutet. Beim ZDF geht’s dann auch gerne an seriösere Interviews, die dann natürlich auch nicht mehr oberflächlich sind, sondern bei denen es schon ans Eingemachte geht und auf die ich mich teilweise zwei Wochen vorher vorbereiten muss. Im Moment bin ich so glücklich, weil ich so unterschiedliche Sachen machen kann. Keinen Job würde ich missen wollen, weil er seine eigene Attraktivität hat.

Bleiben wir beim Kinderprogramm. Wie muss in Deinen Augen gutes Kinderfernsehen aussehen? Was würdest Du Deinen Kindern irgendwann mal vorsetzen?

Nela Panghy-Lee: Kinderprogramm mit Werbepausen stehe ich schon sehr kritisch gegenüber; ich würde meinen Kindern nicht unbedingt Werbung zeigen wollen, weil das meiner Meinung nach ein unnötiger Einfluss ist. Ich habe früher gerne „Die Sendung mit der Maus“ angeschaut und alle Wissenssendungen für Kinder finde ich super. Aber würden meine Kinder jetzt total auf „Spongebob Schwammkopf“ abfahren, dann würde ich das auch verstehen. Genau so fand ich früher „1, 2 oder 3“ ganz prima.

Was hältst Du von Elton als neuem „1, 2 oder 3“-Moderator?

Nela Panghy-Lee: Ich finde Elton super. Ich habe mit ihm auch die „Kids‘ Choice Awards“ zusammen mit Bürger Lars Dietrich moderiert. Die Sendung muss ich mir dann anschauen um zu sehen, wie er rüberkommt, wenn er eine ganze Sendung alleine moderiert. Er war zumindest immer ein ganz toller Co-Moderator.

Gegenprogramm wäre dann im Kinderkanal die neue Sendung „Mr. Big und die Stars“. Ein Promi-Magazin, moderiert von einer französischen Bulldogge. Dabei geht es dann um zielgruppengerechte VIP-News á la „Justin Bieber wurde von ‚Taff‘ beleidigt“…

Nela Panghy-Lee: (lacht) Großartig! Das war ein denkwürdiger Tag meines Twitter-Lebens.

Da ging es ziemlich heftig zur Sache, oder?

Nela Panghy-Lee: Oh ja. Ich hatte einen leicht ironischen Beitrag über Justin Bieber anmoderiert. Dieser gefiel den Fans gar nicht und so sprachen 10-jährige Kinder Morddrohungen gegen mich aus, beleidigten mich mit „Du blöde F***e“ und hetzten gegen mich.

Aber zurück zum Ki.Ka: Was sagst Du zu solch einem Format für Kinder?

Nela Panghy-Lee: Ich weiß nicht, ob Kinder wirklich Promi-Meldungen brauchen. Verstehe ich auch nicht, wieso der Kinderkanal so etwas macht. Bei Super RTL würde mich so ein Format weniger wundern. Klar, Kinder wollen auch wissen, was ihre Idole machen, aber eine Promi-Newssendung finde ich übertrieben. Das ganze dann auch noch von ein Hund moderiert. Aber vielleicht müsste ich es mir anschauen, vielleicht finde ich es dann auch niedlich gemacht. Aber nach der Beschreibung… wirklich sehr abgefahren.

Gutes Stichwort, widmen wir uns kurz den gescripteten Fake-Reality-Dokus. Wieso bekommt man als Zuschauer so etwas zu sehen?

Nela Panghy-Lee: Du meinst, was RTL jetzt den ganzen Nachmittag zeigt und was ProSieben versucht nachzuahmen – leider ohne durchschlagendem Erfolg.

Ja. Ich war wirklich schockiert als ich lesen musste, dass diese Formate inzwischen an die 35 Prozent Marktanteil einfahren.

Nela Panghy-Lee: Das ist unglaublich. Wir merken ja auch bei ProSieben, dass gerade der Nachmittag sehr schwächelt, seitdem RTL auf diese Fake-Doku-Formate gekommen ist. Ich kann dem nichts abgewinnen und schaue es mir auch nicht an. Inzwischen finde ich diesen Trend genauso nervig wie Richtershows, bei denen ich auch nicht verstehe, wie die noch funktionieren. Ich frage mich immer, ob Zuschauer wirklich denken, dass alles echt ist.

Vermutlich und erschreckender Weise leider ja. Liest ja nicht jeder den Abspann, der in Schriftgröße neun fünf Sekunden lang eingeblendet wird. Kommen wir zu einem TV-Comeback in diesem Jahr: Ulla Kock am Brink kehrte mit „Die perfekte Minute“ zurück ins Fernsehen. Konntest Du davon schon was sehen?

Nela Panghy-Lee: Ja, ich fand es sehr interessant und auch kurzweilig. Mich persönlich interessieren Spieleshows nicht so, außer „Wer wird Millionär?“. Aber „Die perfekte Minute“ fand ich ganz witzig gemacht, genauso wie die Spieleshow die mal von Barbara Eligmann moderiert wurde.

„Clever“…

Nela Panghy-Lee: „…die Show, die Wissen schafft.“ Das fand ich auch gut. Eben Shows, bei denen man das Gefühl hat, man lernt auch etwas dabei.

Wie sieht es aus mit Impro-Comedy? Ich denke da an „Genial daneben“ oder die „Schillerstraße“?

Nela Panghy-Lee: Ja, finde ich auch ganz toll. Wenn das Ensemble stimmt, grandiose Sendungen. Solche Formate schaue ich gerne, da habe ich das Gefühl, die Leute zeigen dort ihr Talent und haben es drauf. Das reißt einen mit und man muss lachen. Nicht wie bei den Promi-News oder den ganzen Fake-Dokus (lacht).

Bleiben wir in Deiner Heimat-Sendergruppe und schauen mal zu den erfolgreichen Sat.1-Serien „Danni Lowinski“ und „Der letzte Bulle“. Einschaltpotenzial?

Nela Panghy-Lee: Nee. Ich schaue mir eher amerikanische Serien an. Mit deutschen Serien kann man mich eher jagen. „Stromberg“ fand ich allerdings ganz gut oder „Berlin, Berlin“. Mein Freund hat sich vor kurzem die DVD-Box aller Staffeln gekauft. Die Serie macht Spaß.

Außer Fake-Dokus und Kinder-Promi-Magazine: Was gehört Deiner Meinung nach ebenfalls nicht ins Fernsehen?

Nela Panghy-Lee: Die ganzen „Frauentausch“- oder „Big Brother“-Formate. Ganz ehrlich: RTL2 ist ein Sender, den ich mir fast nie anschaue. Leute, die immer noch diese Formate schauen, müssen sich in ihrem eigenen Leben wirklich extrem langweilen. Bei „Big Brother“ habe ich die erste Staffel mit Jürgen & Co. noch verfolgt, weil es was Neues war, aber ab der zweiten Staffel konnte ich das nicht mehr sehen. Und alles, was in diese Richtung Reality-Doku geht, kann ich mir nicht anschauen.

Wenn ein Sender Dir eine Personality-Show anbieten würde – würdest Du Dich darauf einlassen? Vorhin hast Du anklingen lassen, dass Du nicht gerne extrem polarisierst.

Nela Panghy-Lee: Ja, würde mich schon reizen. Aber es müsste dann auch um Themen gehen, mit denen ich mich identifizieren kann. Ob eine Personality wie bei Oliver Pocher bei mir Sinn machen würde, weiß ich nicht. Eine solche Show lebt natürlich von der Person, wie damals bei Harald Schmidt zu Sat.1-Zeiten, in denen ich ihn großartig fand. Inzwischen finde ich seine Sendung etwas seltsam. Ich wüsste allerdings nicht, ob ich eine Late-Night tragen könnte. Was ich gerne machen würde, wäre eine Talkshow – aber neu aufgesetzt. Ich will mit interessanten Leuten sprechen. Da würde ich mir wünschen, dass sich kluge Köpfe mal ein tolles Format überlegen, ich hätte da ein paar gute Ideen beizusteuern. Irgendwas für den Nachmittag, was Spaß macht zuzuschauen. Und das ganze für die junge Zielgruppe.

Was dem Konzept recht nahe kommt, ist die alte ARD-Sendung „Wat is?“ mit Jürgen von der Lippe Ende der Neunziger. Er wusste nie, welcher Gast gleich bei ihm Platz nahm und auch nicht, um welches Thema es gehen würde. Ab und zu gab es auch mal prominente Gäste, von denen er nichts wusste. Und dann wurde sich über das außergewöhnliche Hobby oder ein anderes Thema ohne Vorbereitung unterhalten.

Nela Panghy-Lee: Total klasse! Das würde mir auch Spaß machen.

Und um die Sendung ins Jahr 2010 zu transportieren, spendieren wir ihr noch eine Live-Twitter-Einbindung.

Nela Panghy-Lee: Ja, auf jeden Fall! Die Leute können dann spontan und direkt ihre Fragen stellen. Das wird auch das Fernsehen der Zukunft sein: es wird das Internet mehr einbinden.

Sollte es mit der neuen Nachmittagstalkshow, die wir hier in fünf Minuten entwickelt haben, nicht klappen und irgendwann ergibt sich im Fernsehen für Dich keine Möglichkeit mehr, eine Sendung zu moderieren: Wie sieht Deine Zukunft aus?

Nela Panghy-Lee: Wenn es vor der Kamera nicht mehr klappen sollte, werde ich nicht hinter der Kamera arbeiten. Das weiß ich. Die Faszination geht für mich vom Job der Moderatorin aus und das ist das, was ich total liebe und super gerne mache. Wenn ich damit aufhöre, mache ich was ganz anderes. Es war schon immer mein Traum, Psychologie zu studieren – vielleicht würde ich dann in diese Richtung gehen.

Vielen Dank für das nette und ausführliche Gespräch, Nela.

Foto: Viacom/Nickelodeon

Kategorie:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>